Abhängige Beschäftigung

Geringfügig entlohnte Beschäftigung

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 € nicht übersteigt (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV). Dabei ist die wöchentliche Arbeitszeit unerheblich. Mehrere Beschäftigungen werden – mit Ausnahme eines Minijobs neben einem Hauptjob – grundsätzlich zusammengerechnet.


Ein 450-€-Minijob ist für den/die Arbeitnehmer/in grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Der Beitragsanteil beträgt 3,7 % (Stand 2015) vom monatlichen Brutto-Arbeitsentgelt, jedoch mindestens 32,73 € (18,7 % von 175 €) abzüglich des Arbeitnehmeranteils (s.u.). Der Verein muss folgende Pauschalbeiträge (Stand 2015) an die Knappschaft Bahn-See (www.minijob-zentrale.de) entrichten, die bundesweit für alle Minijobs zuständig ist:

  • 15 % Rentenversicherung (auch für Rentner/innen und Pensionäre/innen)
  • 13 % Krankenversicherung (außer für Minijobber, die privat krankenversichert sind)
  • 2 % Pauschalsteuer (einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer)
  • 0,7 % Umlage zur Entgeltfortzahlungsversicherung U1 (Krankheit/Kur) (alle Vereine mit bis zu 30 Beschäftigten)
  • 0,24 % Umlage zur Entgeltfortzahlungsversicherung U2 (Mutterschaft)
  • 0,15 % Insolvenzgeldumlage U3


Beginnt oder endet eine regelmäßige Beschäftigung im Laufe eines Kalendermonats, gilt für diesen Kalendermonat ebenfalls die Arbeitsentgeltgrenze von 450 €. Ist die Beschäftigung auf weniger als einen Zeitmonat befristet, ist von einem anteiligen Monatswert auszugehen, der wie folgt zu berechnen ist:

                                                    Kalendertage
Anteiliger Monatswert = 450 € x –––––––––––
                                                           30

Wird bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung die 450-€-Grenze nur gelegentlich und nicht vorhersehbar überschritten, dann führt dies nicht gleich zur vollen Sozialversicherungspflicht. Als gelegentlich ist dabei ein Zeitraum von bis zu zwei Monaten innerhalb eines Kalenderjahres anzusehen; vorhersehbar ist z. B. die regelmäßige Zahlung eines Urlaubs- oder Weihnachtsgeldes. Nicht vorhersehbar ist aber z. B. Mehrarbeit bei Ausfall von anderen Arbeitskräften.


Beispiel:

Eine Minijobberin wird vom Verein gebeten, Ende Juni wider Erwarten für einen Monat zusätzlich eine Krankheitsvertretung zu übernehmen. Ihr bisheriger monatlicher Verdienst erhöht sich im Juli von 450 € auf 600 €.

Die Minijobberin bleibt geringfügig beschäftigt, da es sich um ein gelegentliches und un-vorhersehbares Überschreiten der Verdienstgrenze für die Dauer von einem Monat handelt.

Der Verein muss seine Minijobber darüber informieren, dass sie sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen können. Die Befreiung ist auf Wunsch des Arbeitnehmers jederzeit möglich. Sie ist beim Verein schriftlich zu beantragen. Der Verein muss den Befreiungsantrag zusammen mit den anderen Entgeltunterlagen aufbewahren.


Beispiel:

Eine familienversicherte Hausfrau hat in ihrem Sportverein einen Minijob als Raumpflegerin mit einem monatlichen Verdienst von 100 €. Insgesamt hat der Sportverein drei Beschäftigte.

Der Sportverein muss folgende Beiträge an die Knappschaft Bahn-See entrichten:

pausch. Rentenversicherungsbeitrag 15,00 €
pausch. Krankenversicherungsbeitrag 13,00 €
Pauschalsteuer (incl. SoliZ und KiSt) 2,00 €
Umlagen U1, U2, Insolvenzgeld 1,09 €
Summe 31,09 €


Die Raumpflegerin zahlt folgenden Beitrag:

Mindestbeitrag = 18,7 % von 175 € = 32,73 €
- Arbeitgeberanteil = 15 % von 100 € (s. o.) = -15,00 €
Arbeitnehmeranteil 17,73 €


Gesamtkosten für den Verein = 100,00 € + 31,09 € = 131,09 €

Nettolohn für die Raumpflegerin = 100,00 € – 17,73 € = 82,27 €

Nettolohn für die Raumpflegerin bei Befreiung von der Rentenversicherungspflicht = 100,00 €

 

Kontakt

Ansprechpartner zum jeweiligen Themengebiet unter:
BSB Nord Geschäftsstelle

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