Abhängige Beschäftigung

Sozialversicherungsbeiträge

In den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung gilt das Solidarprinzip, d. h. Arbeitnehmer/in und Verein übernehmen jeweils ca. die Hälfte der Beiträge, lediglich der Beitrag zur Unfallversicherung wird vom Arbeitgeber allein getragen.


Beiträge


Die Beitragssätze sind in den einzelnen Zweigen unterschiedlich:

  • Rentenversicherung:
    2 x 9,35 % = 18,7 % vom Bruttoarbeitsentgelt (Stand 2015)

  • Arbeitslosenversicherung:
    2 x 1,5 % = 3 % vom Bruttoarbeitsentgelt (Stand 2015)

  • Krankenversicherung:
    2 x 7,3 % = 14,6 % vom Bruttoarbeitsentgelt (Stand 2015), hinzu kommt ggf. ein krankenkassenspezifischer Zusatzbeitrag für den/die Arbeitnehmer/in (durchschnittlich 0,9 %, Stand 2015)

  • Pflegeversicherung:
    2 x 1,175 % = 2,35 % vom Bruttoarbeitsentgelt bzw. bei Kinderlosen ab Vollendung des 23. Lebensjahres 1,425 % (Arbeitnehmer/in) + 1,175 % (Verein) = 2,6 % vom Bruttoarbeitsentgelt (Stand 2015)

  • Unfallversicherung:
    Die Beitragserhebung erfolgt im sog. „Umlageverfahren der nachträglichen Bedarfsdeckung“ für das jeweils abgelaufene Kalenderjahr, d. h. von allen Unternehmern zusammen werden insgesamt die Beiträge erhoben, die zur Deckung der gesamten Aufwendungen des Vorjahres notwendig sind. Die Höhe des individuellen Beitrages ist von der Entgelt und den Gefahrklassen des Sportvereins abhängig.

  • Insolvenzgeldumlage:
    0,15 %
    vom Bruttoarbeitsentgelt für den Arbeitgeber (Stand 2015, zur Absicherung des Nettoarbeitsentgelts der Arbeitnehmer/innen für 3 Monate bei Insolvenz des Arbeitsgebers)

Für Lohn- oder Gehaltsteile, die über der sog. Beitragsbemessungsgrenze liegen, brauchen keine Beiträge entrichtet zu werden. Die Beitragsbemessungsgrenze der Renten- und Arbeitslosenversicherung liegt bei (Stand 2015) monatlich 6.050 € brutto (West) bzw. bei 5.200 € (Ost). Bei der Kranken- und Pflegeversicherung liegt sie bundeseinheitlich bei monatlich 4.125 € (Stand 2015).


Vereine mit bis zu 30 Arbeitnehmern müssen ggf. noch einen Beitrag zur Umlageversicherung U1 leisten, mit der die wirtschaftlichen Risiken der Entgeltfortzahlung bei Krankheit auf die Gesamtheit aller versicherten Klein- und Mittelbetriebe umgelegt werden. Durchgeführt wird die Entgeltfortzahlungsversicherung von der Krankenkasse, bei der der/die Arbeitnehmer/in versichert ist (bei geringfügigen Beschäftigungen von der Knappschaft Bahn-See). Jede Krankenkasse legt ihre Beiträge für die Entgeltfortzahlungsversicherung in eigener Verantwortung selbst fest. Darüber hinaus müssen alle Arbeitgeber (unabhängig von der Anzahl der Arbeitnehmer) einen Beitrag zur Umlageversicherung U2 (Mutterschaft) leisten.


Beschäftigung von Studenten/innen


Ordentlich an einer Hochschule oder Fachhochschule eingeschriebene Studenten/innen (also vor dem offiziellen Abschluss), die neben ihrem Studium gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind (sog. Werkstudenten), sind i. d. R. in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, so dass hierfür keine Beiträge gezahlt werden müssen. Aber es gibt Grenzen. Generell versicherungsfrei sind diese Studenten/innen in den Semesterferien. Arbeiten sie während der Vorlesungszeit, besteht Versicherungsfreiheit nur, wenn das Studium im Vordergrund steht. Das wird grundsätzlich unterstellt, wenn die Arbeitszeit – unabhängig vom Arbeitsentgelt – nicht mehr als 20 Stunden/Woche beträgt.


In der gesetzlichen Unfallversicherung sind Studenten/innen sowohl im Rahmen der Aus- und Fortbildung an der Hochschule als auch im Rahmen eines daneben entstehenden Arbeitsverhältnisses kraft Gesetz versichert.


Auch in der Rentenversicherung gilt das sog. Studentenprivileg nicht. Hier werden Studenten/innen, die neben ihrem Studium arbeiten, so gestellt wie alle anderen Arbeitnehmer auch. Das bedeutet, dass für Studenten/innen grundsätzlich Rentenversicherungspflicht besteht und damit reguläre Beiträge zur Rentenversicherung (s. o.) fällig werden.

 

Kontakt

Ansprechpartner zum jeweiligen Themengebiet unter:
BSB Nord Geschäftsstelle

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