Abhängige Beschäftigung

Steuerrecht

Wie bei jedem anderen Unternehmen unterliegen auch die Löhne und Gehälter von Arbeitnehmern in Vereinen grundsätzlich der Lohnsteuer. Bei geringfügigen Beschäftigungen gelten Besonderheiten (Pauschalsteuer). Der Lohnsteuerabzug im normalen Verfahren besteht aus folgenden Arbeitsschritten:

  1. Der Verein lässt sich vom Arbeitnehmer seine Steuer-Identifikationsnummer und sein Geburtsdatum nennen. Damit kann der Verein den Arbeitnehmer beim Finanzamt anmelden und die individuellen elektronischen Lohnsteuer-Abzugsmerkmale (= ELStAM-Daten) abrufen.

  2. Von jeder Entgeltzahlung sind Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer einzubehalten. Die Steuerbeträge werden nach der Höhe des Bruttoarbeitsentgelts und den individuellen Besteuerungsmerkmalen ermittelt. Zum steuerpflichtigen Entgelt gehören auch sog. Sachbezüge wie der Wert freier Verpflegung oder Unterkunft sowie vermögenswirksame Leistungen. Zu den Besteuerungsmerkmalen gehören z. B. Steuerklasse, Freibetrag und Zahl der Kinderfreibeträge.

  3. Für jeden Arbeitnehmer ist ein Lohnkonto einzurichten. Darin hat der Verein u. a. Folgendes aufzuzeichnen:
  • allgemeine und ELStAM-Daten (persönliche Daten, Gemeinde, Finanzamt, Besteuerungsmerkmale, etc.)
  • Sozialversicherungsdaten (Soz.-Vers.-Nr., Personengruppe, Berufsgruppe, Tätigkeitsschlüssel, Krankenkasse, etc.)
  • Beginn und Ende der Beschäftigung
  • Steuerfreibeträge / Angaben zur Sozialversicherungsfreiheit

Bei jeder Entgeltabrechnung zusätzlich:

  • Tag der Entgeltzahlung und Zahlungszeitraum
  • Entgelt und Sachbezüge
  • einbehaltene Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge
  • steuer-/sozialversicherungsfreie Bezüge
  • Bezüge, für die pauschale Steuern/Sozialversicherungsbeiträge entrichtet worden sind und die darauf entfallenen Steuern/Sozialversicherungsbeiträge

4. Spätestens bis zum 10. Tag nach Ablauf eines jeden
    Lohnsteueranmeldungszeitraumes (siehe Tabelle) sind die einbehaltenen und
    übernommenen Steuerbeträge anzumelden und an das Finanzamt abzuführen,
    in dessen Bezirk der Verein liegt.

abzuführende Lohnsteuer für das
vorangegangene Kalenderjahr

Lohnsteueranmeldungs-

zeitraum

nicht mehr als 1000 €

Kalenderjahr

mehr als 1000 €, aber nicht mehr als 4.000 €

Kalendervierteljahr

mehr als 4.000 €

Kalendermonat

  1. Am Ende des Kalenderjahres oder nach Beschäftigungsende erstellt der Verein eine Lohnsteuerbescheinigung, die dem Finanzamt elektronisch übermittelt und dem/der Arbeitnehmer/in – nach der Datenverarbeitung durch das Finanzamt – ausgehändigt wird. Die Lohnsteuerbescheinigung enthält u. a. das Bruttoarbeitsentgelt und die Steuerbeträge, die der Verein vom Lohn bzw. Gehalt einbehalten und an das Finanzamt abgeführt hat (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer). Diese Angaben sind für den/die Arbeitnehmer/in wichtig, weil er/sie möglicherweise später aufgrund der Einkommensteuererklärung Geld zurück erhält.

 

Kontakt

Ansprechpartner zum jeweiligen Themengebiet unter:
BSB Nord Geschäftsstelle

Qualifizierung

Passende Seminare unter:
Führung & Management