Selbstständige Tätigkeit

Gesetzliche Rentenversicherungspflicht für Selbstständige

Selbstständige unterliegen grundsätzlich nicht der Versicherungspflicht im System der gesetzlichen Sozialversicherung (Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung). Bestimmte, im Sozialgesetzbuch VI genannte Selbstständige, sind jedoch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Für Tätigkeiten im Sport sind insbesondere zwei Personengruppen relevant:

  • selbstständig tätige Lehrer/innen und Erzieher/innen (§ 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI)

  • Selbstständige mit einem Hauptauftraggeber (§ 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI)

Beschäftigung eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmers

Selbstständig tätige Lehrer/innen und Erzieher/innen sowie Selbstständige mit einem Hauptauftraggeber unterliegen nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht, wenn sie eine/n sozialversicherungspflichtige/n Arbeitnehmer/in beschäftigen. Ein/e geringfügig Beschäftigte/r (450-€-Minijob) zählt hierbei jedoch nicht, auch wenn er/sie eigene Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt.

Ausnahmen von der gesetzlichen Rentenversicherungspflich

Versicherungsfrei sind u. a.:

  • Personen die nur eine geringfügige selbstständige Tätigkeit ausüben (§ 5 Abs. 2 Nr. 2 SGB VI)

  • Rentner/innen und Pensionäre/innen (§ 5 Abs. 4 SGB VI)

Für die Geringfügigkeit der selbstständigen Tätigkeit gelten (gem. § 8 (3) SGB IV) die gleichen Grenzen wie bei den geringfügigen Beschäftigungen als Arbeitnehmer/in (gem. § 8 (1) und (2) SGB IV), d. h. entweder beträgt die Summe des Arbeitseinkommens (= Gewinn gem. Einkommensteuerrecht) aus der Tätigkeit regelmäßig nicht mehr als 450 €/Monat oder die Tätigkeit wird nur kurzfristig (nicht mehr als drei Monate bzw. 70 Tage/Kalenderjahr) ausgeübt. Bei der Ermittlung des Arbeitseinkommens ist ggf. zusätzlich der sog. Übungsleiter-Freibetrag (nach § 3 Nr. 26 EStG) in Höhe von 2.400 €/Kalenderjahr zu berücksichtigen, d. h. für Übungsleiter/innen, Ausbilder/innen Erzieher/innen und Betreuer/innen erhöht sich die Geringfügigkeitsgrenze auf 650 €/Monat (450 € + 1/12 x 2.400 €), wenn die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.

 

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