Grundlagen

Eingliederung der Öffentlichkeitsarbeit im Sportverein

Will ein Sportverein den Bereich Öffentlichkeitsarbeit in seine Organisationsstruktur einfügen, stehen ihm mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Die Art der Eingliederung ist entscheidend für die Effektivität der PR-Arbeit.

Entscheidungsgrundlage für die organisatorische Einbindung ist die Größe des Vereins und die Struktur der restlichen Bereiche des Vereins wie Finanzen, Marketing usw. Jeder Verein muss somit individuell für seine Situation überprüfen, welche Eingliederung der Öffentlichkeitsarbeit für ihn sinnvoll ist.

Grundsätzlich sind für den Verein drei Eingliederungsmöglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit denkbar:

1. Linienfunktion

Die Öffentlichkeitsarbeit wird einem anderen Bereich des Vereins zugeordnet, z.B. dem Marketing und ist damit von den getroffenen Entscheidungen im Marketing abhängig.

Vorteile:

  • Übersichtlichkeit bleibt erhalten
  • evtl. keine weitere personelle Besetzung notwendig
  • einfache Handhabung bei der Organisation

Nachteile:

  • Gefahr ist gegeben, dass Öffentlichkeitsarbeit in dem eingeordneten Bereich und damit im Verein keine Bedeutung erhält
  • Wenn personell keine klaren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten geschaffen wurden, verliert die ÖA ebenfalls an Bedeutung
  • Reaktionsgeschwindigkeit für die ÖA möglicherweise herabgesetzt

2. Stabsfunktion

Die Öffentlichkeitsarbeit wird aus der allgemeinen Hierarchie des Vereins herausgelöst und tritt als Dienstleister und Berater neben dem Vorstand auf.

Vorteile:

  • Die Öffentlichkeitsarbeit hebt sich von den anderen Bereichen ab und wird deutlicher wahrgenommen
  • Der Kommunikations- und Informationsaustausch zum Vorstand wird verbessert, da direkte Anbindung

Nachteile:

  • Der Bereich Öffentlichkeitsarbeit ist unselbstständig und kann nicht entscheiden
  • Themen können möglicherweise nicht mehr zeitnah behandelt und in die Öffentlichkeit gebracht werden
  • Aktivität des Bereiches wird eingeschränkt

3. Führungsfunktion

Die Öffentlichkeitsarbeit wird auf der Vorstandsebene angesiedelt und damit an allen Entscheidungsprozessen beteiligt.

Vorteile:

  • Der Bereich Öffentlichkeitsarbeit erhält Bedeutung (auch von außen wahrgenommen) und Entscheidungsbefugnis
  • Themen können zeitnah bearbeitet und entschieden werden

Nachteile:

  • Mehrarbeit für den Vorstand (bzw. neue personelle Anforderung für diesen Bereich)

Wer kümmert sich um den Bereich Öffentlichkeitsarbeit?

Neben der organisatorischen Eingliederung muss sich der Verein die Frage stellen, welche Person im Verein oder im Vorstand für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit in Frage kommt.

In kleineren Vereinen übernimmt oftmals der Vorstandsvorsitzende oder ehrenamtliche Geschäftsführer die Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit.

In mittleren und großen Vereinen kümmert sich eine Person eigenverantwortlich um den Bereich. Dieser "Pressesprecher"/"Pressewart" oder in der neuen Bezeichnung der "Referent für Öffentlichkeitsarbeit" koordiniert in Absprache mit dem Vorstand alle PR-Prozesse. Organisatorisch hat diese Stelle meistens Führungsfunktion (siehe oben).

 

Kontakt

Ansprechpartner zum jeweiligen Themengebiet unter:
BSB Nord Geschäftsstelle

Qualifizierung

Passende Seminare unter:
Führung & Management