Marketing - Strategie

Konkurrenzorientierte Strategie

Zwei Formen der konkurrenzorientierten Strategien sind denkbar:

1.     Wettbewerbsorientierte oder konfliktäre Strategien
2.     Friedliche Konkurrenzstrategien


(1) Die Wettbewerbsorientierten oder konfliktären Strategien
Bei dieser Strategieform geht es um die Positionierung und Abgrenzung des eigenen Vereins gegenüber der Konkurrenz. Dabei versucht der Verein, seine Besonderheiten herauszustellen. Das setzt voraus, dass der Verein Stärken vor allem im Hinblick auf Leistung und Kosten vorweisen und benennen kann. Nach Michael Porter wurden vier wettbewerbsstrategische Grundkonzeptionen formuliert:

Gesamtmarkt

Qualitätsführerschaft

Kostenführerschaft

Teilmarkt

Nischenstrategie

Niedrigpreisstrategie

Leistungsvorteile

Kostenvorteile

Quelle: nach Porter 1992

Qualitätsführerschaft:
Der eigene Leistungsvorteil wird gegenüber der Konkurrenz auf dem gesamten Markt ausgespielt. Beispiel: Der Verein hat die neuste und gepflegteste Beachvolleyballanlage.

Kostenführerschaft:
Der Verein hat gegenüber der Konkurrenz entscheidende Kostenvorteile und wählt dadurch eine aggressive Preisstrategie. Beispiel: Alle Sportanlagen sind bezahlt, ein Sponsor unterstützt den Verein, die Preise fallen für bestimmte Sportarten.

Niedrigpreisstrategie:
Der Verein spezialisiert sich auf einen Teilmarkt und versucht so, Kostenvorteile zu erlangen. Beispiel: Der umgebaute, erweiterte Fußballplatz kann nun von allen Jugendlichen der Sportarten Fußball und Leichtathletik genutzt werden.

Nischenstrategie:
Durch eine Konzentration auf die Produkte und Teilmärkte erhofft sich der Verein Leistungsvorteile. (siehe auch Produkt-/Markt-Zielgruppen-Strategien). Beispiel: der Verein bietet verstärkt Walking-Kurse für Ältere an, die zeitlich flexibel sind. Die Übungsleiter sind alle bestens ausgebildet.

(2) Friedliche Konkurrenzstrategien

Die Me-too-Strategie
Diese Mitläuferstrategie wählt der Verein, wenn die Märkte, auf denen er sich bewegt, bereits gut entwickelt, die Leistungsangebote wenig unterschiedlich sind und/oder bereits ein starker Marktführer vorhanden ist. Das eigene Angebot wird sich nicht wesentlich von dem der anderen Anbieter unterscheiden. Es ist bei dieser Strategie gut möglich, dass sich Nachfrager umorientieren und sich für den Verein entscheiden.

Häufig wählt ein Verein zusätzlich zur Mitläufer- auch eine Niedrigpreisstrategie, um sich doch Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen.

In der Regel werden bei der Mitläuferstrategie die Marktanteile neu vergeben.

Kooperations-Strategie
Bei dieser Sonderform der friedlichen Konkurrenzstrategie schließen sich relativ gleich starke Anbieter zusammen und versuchen, ihre Marktposition zu sichern. Sie ermöglichen sich Kostenvorteile durch die gemeinsame Nutzung von Sporträumen oder durch gemeinschaftliche Werbung. Es versteht sich von selbst, dass sich diese Form der Kooperations-Strategie gegen potenzielle Neuanbieter richtet.

 

 

Quelle: Michael E. Porter, Wettbewerbsstrategie: Methoden zur Analyse von Branchen und Konkurrenten. Frankfurt 2008 (11. Auflage). Campus-Verlag. ISBN: 3593387107

 

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