Anlage Sportvereine (Gem 1 A)

Wann handelt es sich um einen bezahlten Sportler?

Sportliche Veranstaltungen eines Sportvereins sind grundsätzlich ein Zweckbetrieb, wenn die Einnahmen einschließlich der Umsatzsteuer aus allen sportlichen Veranstaltungen des Vereins die Zweckbetriebsgrenze von 45.000 Euro im Jahr nicht übersteigen. Der Verkauf von Speisen und Getränken sowie die Werbung gehören nicht zu den sportlichen Veranstaltungen.

Übersteigen die Einnahmen die Zweckbetriebsgrenze von 45 000 Euro, liegt grundsätzlich ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vor. Sportliche Veranstaltungen werden deshalb steuerlich unterschiedlich bewertet.

Der Verein kann auf die Anwendung der Zweckbetriebsgrenze verzichten, sog. Option. Dann sind sportliche Veranstaltungen weiterhin ein Zweckbetrieb, wenn an ihnen kein bezahlter Sportler des Vereins teilnimmt und der Verein keinen vereinsfremden Sportler selbst oder im Zusammenwirken mit einem Dritten bezahlt.

Auf die Höhe der Einnahmen oder Überschüsse dieser sportlichen Veranstaltungen kommt es bei Anwendung des § 67a Abs. 3 AO nicht an.

Sportliche Veranstaltungen, an denen ein oder mehrere Sportler teilnehmen, die nach § 67a Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 oder 2 AO als bezahlte Sportler anzusehen sind, sind steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe. Diese Veranstaltungen sollten dann mit allen Einnahmen/Ausgaben bzgl. dieser Veranstaltung in der Kontenklasse 7 (SKR 49) gebucht werden.

Wann handelt es sich um einen bezahlten Sportler?

Ein bezahlter Sportler im Sinne des § 67 a Abgabenordnung (AO) ist der Sportler, der für seine sportliche Betätigung oder für die Benutzung seiner Person, seines Namens, seines Bildes oder seiner sportlichen Betätigung zu Werbezwecken von seinem Verein oder einem Dritten im Zusammenwirken mit dem Verein Entgelte, Vergütungen oder andere Vorteile erhält, die über den steuerlich erlaubten Aufwandsentschädigungen liegen.

Nicht als Bezahlung gilt die Erstattung von tatsächlich entstandenem Aufwand. Zahlungen des Vereins an einen seiner Sportler bis zu insgesamt 400 € je Monat im Jahresdurchschnitt werden für die Beurteilung der Zweckbetriebseigenschaft – nicht aber für die Besteuerung des Sportlers – ohne Einzelnachweis als Aufwandsentschädigung angesehen.

Zuwendungen der Stiftung Deutsche Sporthilfe an Spitzensportlerinnen und Spitzensportler bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt.

Bleibt der Umsatz innerhalb der Zweckbetriebsgrenze von 45.000 Euro, können auch bezahlte Sportler an den Veranstaltungen teilnehmen, ohne dass ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb entsteht.

Erklärt der Verein, dass er auf die Anwendung der Zweckbetriebsgrenze verzichtet, ist er für mindestens 5 Veranlagungszeiträume an diese Erklärung gebunden. 

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