Buchführung

Aufzeichnungspflichten bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Wer nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen obliegen, auch für die Besteuerung zu erfüllen.

Vereine, die als Unternehmer gewerblich tätig sind und die nach den Feststellungen der Finanzbehörde für den einzelnen Betrieb Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen die Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes,

  • von mehr als 500.000 Euro im Kalenderjahr oder
  • einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50.000 Euro

im Wirtschaftsjahr haben, sind auch dann verpflichtet, für diesen Betrieb Bücher zu führen und auf Grund jährlicher Bestandsaufnahmen Abschlüsse zu machen, wenn sich eine Buchführungspflicht nicht aus anderen Gesetzen ergibt.

Auch nicht bilanzierungspflichtige Vereine müssen insbesondere folgende Aufzeichnungspflichten beachten:

Gemeinnützigkeit:

Aufzeichnungen sämtlicher Einnahmen und Ausgaben zum Nachweis, dass die tatsächliche Geschäftsführung den Erfordernissen der Steuerbegünstigung entspricht.

Spendenrecht:

Nachweis, dass die Spenden für den steuerbegünstigten Zweck verwendet wurden.

Umsatzsteuer:

Aufzeichnung der Entgelte und des Eigenverbrauchs bei umsatzsteuerpflichtigen Leistungen.

Lohnsteuer:

Führung von Lohnkonten, sobald der Verein Arbeitnehmer beschäftigt.

Die gesetzliche Regelung des § 4 Abs. 3 EStG enthält keine Bestimmungen zur Aufzeichnungspflicht. In manchen Fällen ist jedoch nur die Bereitstellung von Belegen für die Prüfung durch das Finanzamt auf Richtigkeit und Vollständigkeit nicht ausreichend.

Einnahmen und Ausgaben des Vereins müssen getrennt nach Steuersätzen und steuerfreien Umsätzen aufgezeichnet und entsprechend auf getrennte Konten gebucht werden.

Beispiel bei einem umsatzsteuerpflichtigen Verein.

  • Trikotwerbung 10.000 Euro netto
  • Vereinnahmte Umsatzsteuer 19 %  1.900 Euro 
  • Eintrittsgelder 5.000 Euro netto
  • Vereinnahmte Umsatzsteuer 7 %  350 Euro     

Oft sind Einzelaufzeichnungen erforderlich, z.Bsp.

Für gebuchtes Anlagevermögen, z.B. Rasenmäher, Kunstrasen, Vereinsheime, oder dergleichen ist ein Anlagenverzeichnis zu führen, aus dem  sich Anschaffungsdatum, Kaufpreis und Abschreibungsdauer und die  in Anspruch genommenen AfA-Beträge ersehen lassen.

Für die Abschreibung von abnutzbaren Anlagegütern  ist  eine Abschreibungsübersicht zu erstellen, Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG), deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten den Betrag von 150 € übersteigen müssen in einem  besonderen Verzeichnis aufgelistet werden.

Quellen:

§ 140,141,146 AO, § 63 (3) AO, § 50 (4) EStDV, § 22 UStG, § 41 EStG, § 4 Abs. 3 EStG, § 11 EStG,

 

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BSB Nord Geschäftsstelle

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