Buchführung

Die Steuererklärung im Verein

Die Gem 1

Geben Vereine keine Körperschaftsteuererklärungen ab, müssen sie in der Regel im 3-jährigen Rhythmus der Finanzbehörde trotzdem nachweisen, dass die Voraussetzungen für die Gewährung der Gemeinnützigkeit gegeben sind. Hierzu nutzen die Vereine den Vordruck Gem 1 (Erklärung zur Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer von Körperschaften, die gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Zwecken dienen). Vereine, die nach § 52 Abs. 2 Nr. 21 den Sport fördern geben zusätzlich die Erklärung Gem 1 A ab.

Die Überprüfung der eingereichten Erklärungen kann dazu führen, dass das Finanzamt zusätzlich Steuererklärungen anfordert, auch nachträglich.

Im Vordruck werden nur die Zahlen des letzten Jahres des dreijährigen Prüfungszeitraums eingetragen. Die entsprechenden Unterlagen der noch nicht vom Finanzamt geprüften Vorjahre sind ebenfalls einzureichen. Die Zahlen brauchen jedoch nicht in den Vordruck Gem-1- übernommen zu werden. Hier reicht die Vorlage der Einnahmen-Überschuss-Rechnungen.

Der Erklärung ist immer beizulegen:

  • Die Einnahmen-Überschuss-Rechnungen oder die  Jahresabschlüsse (Bilanz mit Gewinn-und-Verlust-Rechnung) der letzten 3 Jahre.
  • Protokolle der Jahreshauptversammlungen.
  • Ggf. Erläuterungen auf einem gesonderten Blatt, wie sich die Rücklagen seit der letzten Erklärung entwickelt haben. Geben Sie dazu bitte auch an, wie hoch die Einnahmen, Ausgaben aus den sonstigen nach § 55 Abs. 1 Nr. 5 AO zeitnah zu verwendenden Mittel:
  • Mitgliedsbeiträge
  • Spenden
  • Zuschüsse
  • Überschuss Vermögensverwaltung
  • Überschuss Zweckbetriebe
  • Überschuss wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb in den Jahren

waren, in denen Zuführungen zu der freien Rücklage vorgenommen wurden.

Die Gem 1 A (Anlage Sportvereine)

Alle gemeinnützigen Körperschaften, auch Sportverbände, müssen zusätzlich zur Gem 1 die Anlage Sportvereine Gem 1 A abgeben.

Mit der Anlage Gem 1 A stellen Vereine, die sportliche Zwecke fördern, die Weichen, ob sportliche Veranstaltungen als Zweckbetriebe begünstigt sind oder als steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe behandelt werden.

Die Erklärung zielt darauf ab, ob der Verein mit seinen Einnahmen die Zweckbetriebsgrenze von 45.000 im Tätigkeitsbereich „Sportliche Veranstaltungen“ überschritten hat. Überschreiten die Einnahmen die Zweckbetriebsgrenze, behandeln die Finanzbehörden den Tätigkeitsbereich „Sportliche Veranstaltungen“ als einen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Ist dies nicht der Fall, liegt zunächst ein  steuerbegünstigter Zweckbetrieb vor.

In beiden Fällen

  • Einnahmen liegen bis 45.000 Euro
  • Einnahmen liegen über 45.000 Euro

hat der Sportverein aber die Möglichkeit auf die Zweckbetriebsgrenze zu verzichten, weil der Verzicht nicht an die Höhe der Einnahmen gebunden ist. Ob dies eine sinnvolle Vereinsentscheidung ist, entnehmen sie dem Artikel,

 „Die Zweckbetriebsgrenze wird überschritten“.

Quellen:

§ 60a AO, § 150 Abs. 8 AO, § 52 Abs. 2 Nr.21, § 58 Nr. 7 Buchstaben a und b AO, § 62 AO, §§ 149–154 AO, § 4 Abs. 3 EStG, § 4 Abs. 1, § 5 EStG, § 67a Abs. 1 S. 1 AO, AEAO Nr. 1 S. 2 zu § 67

Weitergehende Inforamtionen

www.iww.de/vb/archiv/steuererklaerungen-im-verein--teil-i-das-formular-gem-1-f18364

Hinweis: Die Umsatzfreigrenze wurde inzwischen auf 35.000 Euro angehoben!

 

Kontakt

Ansprechpartner zum jeweiligen Themengebiet unter:
BSB Nord Geschäftsstelle

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