Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Verletztenrente

Der Verletzte erhält eine Rente, wenn er durch den Arbeitsunfall länger als 26 Wochen in seiner Erwerbsfähigkeit gemindert ist und wenn die Minderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 20 v.H. beträgt. Die Erwerbsfähigkeit ist ein in der gesetzlichen Unfallversicherung versichertes Rechtsgut. Sie ist die Fähigkeit der Versicherten, ihre Arbeitskraft unter Ausnutzung der Arbeitsgelegenheiten, die sich ihnen nach ihren Kenntnissen und ihren körperlichen und geistigen Fähigkeiten bieten, auf dem „allgemeinen Arbeitsmarkt“, d.h. auf dem gesamten Gebiet des Arbeitslebens, wirtschaftlich zu verwerten.
Die Minderung der Erwerbsfähigkeit ist die Herabsetzung dieser so definierten Erwerbsfähigkeit. Es handelt sich hierbei um eine abstrakte Schadensbemessung, die unabhängig davon ist, ob der Versicherte seine vor dem Unfall ausgeübte Tätigkeit wieder aufnehmen kann oder nicht.

Die Rente beginnt in der Regel mit dem Tag nach dem Wegfall der Arbeitsunfähigkeit (bis dahin wird Verletztengeld oder Übergangsgeld gezahlt).

Hat der Verletzte seine Erwerbsfähigkeit verloren, so erhält er die Vollrente. Sie beträgt zwei Drittel des Jahresarbeitsverdienstes. Als Jahresarbeitsverdienst gilt das Arbeitsentgelt und das Arbeitseinkommen des Verletzten in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat, in dem der Arbeitsunfall eingetreten ist. Berücksichtigt wird Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen auch aus anderen Bereichen als dem des Sports, dazu gehören auch Sponsorengelder.

Der JAV beträgt 2015 bei volljährigen Personen mindestens 20.412,- € (17.388,- € im Beitrittsgebiet) und höchstens 96.000,- €.
Bei teilweiser Minderung der Erwerbsfähigkeit erhält der Verletzte den Teil der Vollrente, der dem Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit entspricht.
Ist die Erwerbsfähigkeit eines Verletzten infolge mehrerer Arbeitsunfälle gemindert und erreichen die Hundertsätze der durch die einzelnen Arbeitsunfälle verursachten Minderung zusammen wenigstens die Zahl 20, so ist für jeden, auch einen früheren Arbeitsunfall, Verletztenrente zu gewähren. Die Folgen eines Arbeitsunfalls werden nur berücksichtigt, wenn sie die Erwerbsfähigkeit um wenigstens 10 v.H. mindern.

Kann ein Verletzter, dessen Minderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 50 v.H. beträgt (Schwerverletzter), infolge des Arbeitsunfalls einer Erwerbstätigkeit nicht mehr nachgehen, so erhöht sich seine Rente um 10 v.H., wenn er keinen Anspruch auf Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung hat.

Ist der Verletzte infolge des Arbeitsunfalls ohne Arbeitsentgelt oder -einkommen, ist die Rente unter bestimmten Voraussetzungen vorübergehend zu erhöhen.

 

Kontakt

Ansprechpartner zum jeweiligen Themengebiet unter:
BSB Nord Geschäftsstelle

Qualifizierung

Passende Seminare unter:
Führung & Management